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Was Bayer unter “unternehmerischer Verantwortung” versteht

Donnerstag, den 23. August 2007 von RealChemie

Unternehmerische Verantwortung heisst im heutigen Neusprech „Corporate Responsibility (CR)“. Sie beschreibt den Grad des Verantwortungsbewusstseins eines Unternehmens, wo immer seine Geschäftstätigkeit Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Mitarbeiter, die Umwelt und das wirtschaftliche Umfeld hat. Corporate Responsibility steht im engeren Sinn für eine Unternehmensphilosophie, die Transparenz, ethisches Verhalten und Respekt in den Mittelpunkt unternehmerischen Handelns stellt.

Der Chemiemulti Bayer formuliert dies u.a. so: »Bayer ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Gebieten Gesundheit, Ernährung und hochwertige Materialien. Mit unseren Produkten und Dienstleistungen wollen wir den Menschen nützen und zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Dabei ist es für uns entscheidend, Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft in Einklang zu bringen. Ein solches Gleichgewicht lässt sich nicht mit punktuellen Einzelmaßnahmen erreichen, sondern erfordert einen umfassenden Ansatz. Aus diesem Grund ist die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung bei Bayer im Konzernleitbild verankert: „Unsere technische und wirtschaftliche Kompetenz ist für uns mit der Verantwortung verbunden, zum Nutzen der Menschen zu arbeiten, uns sozial zu engagieren und einen nachhaltigen positiven Beitrag für eine dauerhafte und umweltgerechte Entwicklung zu leisten.“«

Viele Menschen sehen dies ganz anders. Die Autoren von „Das neue Schwarzbuch Markenfirmen“ schreiben dem Bayer-Konzern ganz ohne ideologische Untertöne krasse Vorwürfe in das Unternehmensprofil: „Import von Rohstoffen aus Kriegsgebieten, Finanzierung unethischer Medikamentenversuche, Behinderung eines Entwicklungslandes bei der Herstellung und Vermarktung lebenswichtiger Medikamente, Vertrieb gefährlicher Pflanzengifte, Ausbeutung und Kinderarbeit bei Rohstofflieferanten.“ Das passt ganz und gar nicht zu dem, was Bayer und seine Töchter sich an Texten zu „unternehmerischer Verantwortung“ haben einfallen lassen.

Die „Coordination gegen Bayer-Gefahren“ engagiert sich seit Jahren gegen fragwürdige Machenschaften des Konzerns und protestiert regelmäßig auf den Hauptversammlungen. Dieses Jahr steigerten die seltsamen Reaktionen des Vorstandsvorsitzenden Werner Wenning nicht gerade das Vertrauen in die Glaubwürdigkeit von Vorstand und Geschäftspolitik. Angesprochen auf die Vernichtung von 6.000 Arbeitsplätzen durch die Schering-Übernahme erklärte er sich einfach nicht für zuständig. Dies, obwohl er hinter der Bühne eine 50-köpfige Truppe sitzen hatte, die dem Chef die „richtigen“ Antworten einflüsterte. Dringender Erklärungsbedarf wegen Ermittlungen zu Nebenwirkungen von Bayer-Medikamenten wie Nierenversagen, Herzinfarkt und Schlaganfall wurden lapidar beantwortet mit „Wir arbeiten eng mit den Arzneimittelbehörden zusammen“. Auch das passt wiederum überhaupt nicht zu den ach so honorig klingenden Formulierungen zum Thema „unternehmerische Verantwortung“.

Ralf-Jochen Ehresmann, auf Hauptversammlungen als besonders kritischer Aktionär gefürchteter Kartellkritiker, wurden wegen seiner Kritik an Preisabsprachen vom Medium Werner Wenning ebenfalls stoisch abgefertigt: „Wir kooperieren mit den Wettbewerbsbehörden“. CBG-Geschäftsführer Philipp Mimkes strafte den großen Vorsitzenden Lügen, als er der Hauptversammlung den genauen Wortlaut des von Bayer gegebenen Versprechens über den Stopp von Klasse-I-Agrochemikalien präsentierte. Auch Wenning’s Gedächtnis zum Pestizid Endosulfan, das der Profit-Profi Wenning gar nicht mehr in Bayer-Produktion wähnte, musste Mimkes auffrischen. Und wie immer, wenn die Fragen zu peinlich werden, wurde der Vorstandsvorsitzende ferngesteuert auf Autopilot geschaltet. Bayer befindet sich dann laut Vorstandssprachrohr jeweils „in enger Absprache mit den Behörden.“ Und wieder hat dies nichts mit dem zu tun, was Bayer und seine Töchter als „unternehmerische Verantwortung“ formulieren.

De fakto gewinnt man den Eindruck, dass das, was uns die Verbalakrobaten von Bayer als „unternehmerische Verantwortung“ vorgaukeln wollen, in Wirklichkeit eine einzige große Verarschung ist. Denn alleine die engen Absprachen mit Behörden lässt sich der Konzern seit Jahren einiges kosten. Bayer-Emissäre sitzen in verschiedenen Ministerien und greifen den Behörden jeweils ein wenig beim Regieren unter die Arme. Zum eigenen Wohl, versteht sich. Die Werbebotschaft „Bayer macht Umweltpolitik“ ist indess ganz wörtlich zu verstehen. Der Leverkusener Multi hat nämlich mindestens einen seiner Mitarbeiter im Umweltministerium sitzen, der zudem noch zur Hälfte aus Steuermitteln bezahlt wird. Aber auch in anderen Behörden wird gezielte „Lobbyarbeit“ betreiben. So wunderten sich Verbraucherschützer, dass das BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) entgegen von über 30.000 Einwänden von Bürgern ohne erkennbares Zögern mir nichts dir nichts Freisetzungsversuche von genmanipuliertem Bayer-Weizen genehmigte. Uns wundert das nicht mehr, seitdem wir von maßgeblichen Bayer-Entscheidern Sprüche gehört haben, wie „Das BVL haben wir im Griff“.

Also, liebe Kunden und die es werden wollen: wir von RealChemie haben keine großspurigen Internetauftritte oder Hochglanzbroschüren für „Corporate Responsibility“. Wir sülzen Sie nicht mit Salbader voll, zahlen keine Gelder an Politiker oder Behörden, verstricken uns nicht in Widersprüche und müssen niemanden anlügen, wenn wir Original-Pflanzenschutzmittel ganz legal zu Niedrigpreisen verkaufen.

Ihr RealChemie-Team

Wer andern eine Grube gräbt…

Mittwoch, den 1. August 2007 von RealChemie

..fällt bekanntlich selbst hinein: Zuerst verklagt die Pflanzenschutzbehörde einen kleinen Importeur, dann müssen Zeugen u.a. von BASF, Bayer und Syngenta vor Gericht im Kreuzverhör zugeben, dass die Agrochemie-Konzerne den Markt manipulieren und Preise absprechen, zuletzt wird der Beschuldigte freigesprochen und die Pflanzenschutzbehörde vom Richter beschuldigt, an der Kartellbildung beteiligt gewesen zu sein. Würde sich doch endlich auch einmal in Deutschland solch ein mutiger Richter finden!

Hier die ganze Geschichte: Das DEFRA (Department for Environment, Food and Rural Affairs), englisches Äquivalent zum deutschen BMELV (Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) hatte durch das PSD (Pesticide Safety Directorate), englisches Äquivalent zum deutschen BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) einen kleinen Importeur von Pflanzenschutzmitteln, John Rawlings Crop Care aus Tenbury Wells, mit einer Klageflut wegen angeblich illegaler Importe von Pflanzenschutzmitteln überzogen.

Dies war vielen Experten sehr seltsam vorgekommen, da hier offenbar mit Kanonen auf Spatzen geschossen wurde. Schnell war der Verdacht entstanden, dass hier wieder einmal ein Exempel an einem Agrarhändler statuiert werden sollte, der mit seinen Preisnachlässen recht frech in die angestammten Reviere der Chemiekonzerne eingedrungen war. Denn John Rawlings hatte nur das getan, was einen guten Händler auszeichnet: er hatte extrem teure Pflanzenschutzmittel in anderen Ländern der EU weit unter den englischen Marktpreisen eingekauft und in England mit bis zu 50% Preisnachlässen wieder verkauft. Und dafür wurde er mit insgesamt 14 Klagepunkten vor Gericht gezerrt.

Im Hauptverfahren am 12. Juni folgte das Gericht Rawlings Argumentation, dass die DEFRA-Kontrollen dem freien Handel im Weg stünden, wie bereits von einer EU-Kommission früher einmal offiziell gerügt. Rawlings berichtete der Kammer, dass seine landwirtschaftliche Kundschaft bis zu 45% mehr für das gleiche Produkt zahlen müsste als Pflanzer und Landwirte auf dem Kontinent. Die Schöffen konnten sich in 11 von 14 Klagepunkten nicht zu einem Urteil durchringen, verhängten aber einen Schuldspruch wegen illegalen Lagerns von Pflanzenschutzmitteln in drei anderen Klagepunkten. Wie der „commercial grower“ im Heft 21 vom 28.6.07 berichtet, hatte Richter Onions bei der ursprünglichen Anhörung vor Gericht angemerkt, dass das DEFRA ‚mit einem Vorschlaghammer die falsche Nuss zu knacken versuche’ und dass die Pestizidhersteller eher als Rawlings als mutmaßliche Kartellbetreiber untersucht werden müssten.

In der Berufungsverhandlung vor dem Shrewsbury Crown Court am 21. Juni verteidigte die Anwältin des Importeurs John Rawlings, Denise Dowen von der Kanzlei Hill Dickinson, die Importe damit, dass alle Produkte innerhalb der EU registriert waren und es sich um Originalware aus EU-Ländern gehandelt hatte. Sie beantragte dazu Zeugenaussagen der marktführenden Agrochemie-Hersteller, darunter BASF, Bayer und Syngenta. Im Kreuzverhör mussten die Zeugen zugeben, dass die Agrochemie-Konzerne gemeinsam den englischen Markt manipulierten, um überhöhte Preise durchzusetzen.

Der Internetdienst „freshinfo/ cg“ zitiert in seiner Meldung vom 29.6.07 den beschuldigten John Rawlings „Dieses Verfahren hätte nie zugelassen werden sollen und ich hoffe, dass das DEFRA erkennt, wie durch zahlreiche Fehler Steuergelder verschwendet wurden“.

Richter Onions kam zu dem Schluss, dass das DEFRA über die zuständige Pflanzenschutzbehörde PSD (Pesticide Safety Directorate) „unbewusst oder vorsätzlich mit den Chemiekonzernen kollaboriert hat, um ein Kartell aufrechtzuerhalten“. Er trug dem DEFRA auf, innerhalb von 21 Tagen zu berichten, welche Lektionen es aus dem Verfahren gelernt hätte, andernfalls würde die Sache an die Wettbewerbskommission gehen.

Zum Schluss des Verfahrens sagte Richter Onions, dass der Fall von großem öffentlichem Interesse sei und dass vielmehr die Kartelle der Chemieunternehmen untersucht werden sollten. Der Richter fügte hinzu, dass er Kerr Wilson, dem Leiter des PSD, schreiben werde, um sich nach dem Grund für das Verfahren zu erkundigen.

Der Titelstory der Zeitschrift „FARMBRIEF“ vom 21.7.07 ist indess zu entnehmen, dass DEFRA und PSD aus diesem Gerichtsurteil offenbar wenig gelernt haben. Ein Sprecher bezeichnete die Äußerungen des Richters als „kompletten Unsinn“. Während das DEFRA berichtet, dass Rawlings 8.500 Pfund Gerichtskosten zu zahlen habe, verschweigt es geflissentlich, dass dies lediglich ein Viertel der Verfahrenskosten ausmacht und das DEFRA zur Zahlung der restlichen Gerichtskosten in Höhe von rund 60.000 Pfund verurteilt wurde. Trotz der Tatsachen, dass erstens schon 2004 der Europäische Gerichtshof entschieden hat, für Importe sei kein gemeinsames Ursprungsland erforderlich, dass zweitens daraufhin im gleichen Jahr das PSD eine Klage vor dem obersten Zivilgericht unter Auferlegung aller Kosten zurückziehen musste und dass drittens seine Kontrollen offiziell von der Europäischen Kommission gerügt wurden, hört es dennoch nicht auf, britische Gerichte zum Schlag gegen kleinere Importeure einzusetzen.

Die Anwältin Denise Dowen sagte nach dem Verfahren: “Viele meiner Klienten werden vom DEFRA wegen Imports von Pestiziden verfolgt. Ihre Ware ist unrechtmäßig beschlagnahmt worden. Sie wurden eingeschüchtert und ihre Geschäfte sind zerstört worden.“ Sie hofft nun, dass das DEFRA durch das Urteil von Richter Onions zur Verantwortung gezogen wird.

Wenn Sie jetzt denken, dass es so etwas nur in England gibt, dann sollten Sie aufmerksam unsere weiteren Beiträge lesen! Und über Ihre Anregungen oder Kommentare freuen wir uns immer. Ganz besonders würden uns natürlich Kommentare der deutschen Wettbewerbs- und Kartellhüter interessieren und speziell Informationen, ob es solche Preisabsprachen nicht auch in Deutschland oder der Schweiz gibt.

Ihr RealChemie-Team

Marktbefriedung

Mittwoch, den 25. Juli 2007 von RealChemie

Was im Vorstandsjargon „Marktbefriedung“ heißt und in den Geschäftsberichten nach außen vornehm „Konsolidierung“ genannt wird, umschreibt die Machenschaften der Chemiebosse, den Markt untereinander aufzuteilen und unliebsame Wettbewerber rigoros aus dem Markt zu drängen.

Der Weltmarkt für Pflanzenschutzmittel wird für 2006 auf einen Wert von 24,6 Milliarden Euro geschätzt. Vor zehn Jahren teilten sich diesen Markt etwa ein Dutzend Großunternehmen. Heute wird dieser Markt mehrheitlich von nur noch sechs multinationalen Konzernen beherrscht, die sich rund 90% des Umsatzes teilen: Syngenta, Bayer, Monsanto, DuPont, BASF und Dow. Innerhalb dieser zehn Jahre hat etwas stattgefunden, was die Vorstände in Ihrem Jargon „Marktbefriedung“ nennen.

In der Maßnahmenskala ganz oben steht hierbei die Preispolitik oder eher Hochpreispolitik. Alle gehen davon aus, dass die Verkaufspreise so hoch wie irgend möglich festgesetzt werden. Jeder, der bei den stillschweigenden oder unmittelbaren Preisabstimmungen aus der Reihe tanzt und „Unfrieden“ stiftet, riskiert Ärger mit der Streitmacht der Konzerne, den Rechtsanwälten. Die suchen und finden auf Anforderung das kleinste Haar in der Suppe und treten bei Bedarf eine regelrechte Lawine von Abmahnungen, einstweiligen Anordnungen, Klagen oder sonstigen Winkelzügen los. Wie zahlreiche Kartellstrafen gezeigt haben, schrecken die Marktführer dabei auch nicht vor illegaler „Befriedung“ von Konkurrenz zurück und haben bei den wenigen Fällen, die publik wurden, Bußgelder in Millionenhöhe zahlen müssen.

Dem unerfahrenen Händler oder Anwender bleiben solche „Preisabstimmungen“ zumeist verborgen, weil sich auf den ersten Blick die Preise der unterschiedlichen Mittel infolge unterschiedlicher Gebinde und unterschiedlicher Wirkstoffmengen deutlich unterscheiden. Nimmt man sich aber als Berechnungsgrundlage eine Grosshandelspreisliste zur Hand und berechnet für eine Anwendungsgruppe wie etwa Gräserherbizide die Preise für den Verbrauch pro Hektar, so sind die Preise aller Anbieter fast immer identisch: Feinchemie Schwebda bietet “Agil” zu einem Preis von 21,29 € pro ha an, bei der BASF kostet “Focus Ultra” genau 21,00 € / ha. Für das “Fusilade Max” von Syngenta bezahlt der Kunde 20,80 €/ ha, wohingegen “Gallant” von Dow AgroSciences mit 21,55 € pro Hektar zu Buche schlägt. Und Bayer CropSciences verkauft sein “Targa Super” für 22,40 €/ ha.

Unter „Marktbefriedung“ fallen ebenso auch alle Maßnahmen, unruhige Wettbewerber mit mehr oder weniger starkem Zwang zu „beruhigen“. Die Chemiekonzerne sind bei dieser „Marktbefriedung“ schier unersättlich und schlucken alles an Unternehmen und Arbeitskräften, was irgendwie dem Wachstum von Marktmacht und Profiten dient. Diesen Vorgang nennt man nach außen „Konsolidierungsprozess“. Eine vornehme Umschreibung der Strategien zur Erlangung absoluter Marktmacht, hinter der sich viele Vorwürfe dunkler Machenschaften verbergen. Beispielsweise werden aus Chemiekonzernen dann über den Umweg der Biotechnologie und der Gentechnik plötzlich Nahrungsmittelkonzerne. Experten warnen weltweit davor, dass sich eine Handvoll Chemiekonzerne so die Verfügungsgewalt über die Mehrzahl der Nahrungsmittelreserven verschafft. Nicht umsonst erhebt Greenpeace schwere Vorwürfe gegen Syngenta, dass Genmais große Gefahren für Mensch und Tier berge. Was die Pflanzeningenieure da entwickelt haben, dient weniger dem Wohl der Menschheit, als eher den eigenen Profiten. Denn die genmanipulierten Pflanzen ertragen insbesondere die konzerneigenen Pflanzenschutzmittel. Die Kombination des Verkaufs von genmanipulierten Saatgut mit den passenden Pflanzenschutzmitteln ist eine äußerst profitable und insbesondere neue Einnahmequelle.

Am Beispiel des multinationalen Konzerns Syngenta kann man die „Marktbefriedung“ unschwer nachvollziehen. Stritten sich jahrelang die Konkurrenten Novartis Agribusiness und AstraZeneca um Marktanteile, so fusionierten dies im Jahr 2000 zur Syngenta. Die Novartis-Fusion wiederum beendete Ende 1996 den Wettbewerb zwischen Ciba-Geigy und Sandoz, während die AstraZeneca-Fusion den Wettbewerb zwischen Astra AB und der britischen Zeneca Group im Jahre 1999 „befriedete“. In nur wenigen Jahren sind so die in jeder freien Marktwirtschaft gewünschten Auseinandersetzungen früherer Wettbewerber „befriedet“ und zur heutigen Marktmacht der Syngenta „konsolidiert“ worden.

„Marktbefriedung“ für die Konzerne bedeutet für Sie als Händler oder Anwender von Pflanzenschutzmitteln den Verlust von Wettbewerb und dementsprechend teure Produkte, hohe Preise und ständig steigende Kosten. Bei RealChemie finden Sie genau das Gegenteil; wir lassen uns nicht „befrieden“, bieten Ihnen Originalprodukte zu Niedrigpreisen, wodurch Sie Ihre Kosten um über 50% senken können!

Ihr RealChemie-Team

Heute schon geforscht?

Mittwoch, den 18. Juli 2007 von RealChemie

Immer, wenn Kritik an den hohen Preisen für Pflanzenschutzmittel laut wird, dann beten die Propagandisten der Chemiekonzerne ein Standardrepertoire an Gegenargumenten herunter, das zumeist von „Wir haben hohe Ausgaben für die Forschung und Entwicklung!“ angeführt wird.

Was aber wird denn da eigentlich genau geforscht und entwickelt? Sucht man einmal genauer nach den innovativen Meilensteinen der Chemie-Industrie, dann findet man zwar viele Forschungsergebnisse und Neuheiten im den Pharma-Geschäftsbereichen, aber im Pflanzenschutz? Da sieht es eher so aus, dass die Chemie-Konzerne seit Jahren akute Probleme wie Feuerbrand einfach vernachlässigen. Feuerbrand ist eine bakterielle Erkrankung, die in den letzten Jahren in der freien Natur, im Obst-, Zierpflanzenbau, Baumschulwesen und Forst große ökologische und ökonomische Schäden angerichtet hat. Der Erreger wurde bereits 1959 entdeckt und hat sich seither weltweit verbreitet. Jedes Jahr müssen immense Baumbestände abgeholzt und verbrannt werden, weil alle angebliche Forschung und Entwicklung bisher kein wirksames Pflanzenschutzmittel zustande gebracht hat.

Statt einem wirksamen Produkt reicht die gesamte teure Forschungs- und Entwicklungskapazität bisher nur für Empfehlungen der Pharmaspezialisten der Chemie-Konzerne, man möge doch ein Antibiotikum aus der Humanmedizin einsetzen! Das aber wird, wenn es denn überhaupt genehmigt wird, auf die Blüten der Bäume gespritzt, dort von den Bienen aufgenommen und verursacht so für den Menschen äußerst riskante Antibiotika-Rückstände im Honig. Ist das Innovation durch teure Forschung? Dr. Bernward Garthoff, BAYER-Vorstandsmitglied, hat dies seinerzeit in einem Interview in „Basics“ von McKinsey beantwortet und auf den Punkt gebracht:

„BASICS: Sie haben in Ihrer Zeit bei Bayer sowohl das Pharma- als auch das Pflanzenschutzgeschäft sehr genau kennen gelernt. Zwei Geschäfte also, in denen Innovation ein Kernprozess ist. Welche Unterschiede in Bezug auf Innovation bestehen zwischen den beiden Bereichen?
Dr. Garthoff: Vom Geschäftssystem her sind beide Bereiche sehr ähnlich. Die Märkte unterscheiden sich aber ganz erheblich. Und auch der Anstoß für Innovationen ist ein anderer. Im Pharmabereich ist das Universum der noch zu therapierenden Krankheiten zumindest theoretisch unbegrenzt. Beim Pflanzenschutz hingegen spielen ungelöste Probleme keine so große Rolle mehr. Viele Lösungen sind bereits entwickelt, oft sogar in Form von Generika.“
Aha, ungelöste Probleme spielen im Pflanzenschutz also keine so große Rolle! Was mögen wohl die Obstbauern von einer solchen Einstellung halten, die ihre Existenz durch Feuerbrand verloren haben?
Und wenn alle Pflanzenschutzlösungen bereits entwickelt sind, dann sollen die Anwender mit den überhöhten Preisen wohl die üppigen Einkommen der Vorstände finanzieren?

Dass die Forschung und Entwicklung im Pflanzenschutz nahezu nicht existiert, zeigt ein Blick in die Grosshandels-Preislisten der letzten zehn Jahre. Hier finden sich in einem Jahrzehnt kaum neue Produkte, jedoch wurden die alten Pflanzenschutzmittel jedes Jahr immer teurer. Auch der „Pack-Trick“ ist gut erkennbar: alte Produkte werden neu formuliert und als „Produkt-Pack“ neu vermarktet. Alter Wein in neuen Schläuchen, sozusagen. Gab es früher zum Beispiel zwei getrennte Herbizide zur Anwendung in Rüben, nämlich Goltix mit Wirkstoff Metamitron und Ethomat 500 mit Wirkstoff Ethofumesat, so wurden diese später zu einem „neuen“ Kombipräparat Goltix plus zusammengemischt.

Ein anderes Beispiel liefert der Herbizid-Wirkstoff Glyphosat, der anfangs als Produkt Roundup verkauft wurde. Als die Verkaufspreise von Roundup in den Keller fielen, kam die „Neuentwicklung“ Roundup Ultra auf den Markt und später folgten „Diversifikationen“ im Produkt Roundup Ultramax. Diese Produkte und eine weitere Orgie von über 30 Herbiziden haben allesamt den Wirkstoff Glyphosat, wurden aber zumeist mit großem Tam-Tam als Produktneuheiten und Ergebnisse intensiver Forschung und Entwicklung angekündigt. Vergleicht man allerdings die Produkte im Chemielabor oder in der Außenanwendung, dann findet man keine wesentlichen Unterschiede. Also wieder Fehlanzeige bei Forschung und Entwicklung neuer Pflanzenschutzmittel. Die angeblich so hohen Kosten dienen wohl eher der Finanzierung eines über die Jahre angeschwollenen Wasserkopfes, der eigentlich überflüssig ist.

Wir von RealChemie haben jedenfalls keine Forschung und keinen Wasserkopf, der viel kostet, aber wenig leistet. Deshalb müssen wir nicht lange drum herum argumentieren, sondern können Ihnen gleich die besten Niedrigpreise für Originalprodukte anbieten.

Ihr RealChemie-Team