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Wo beginnt Missbrauch von Marktmacht?

Donnerstag, den 16. August 2007 von RealChemie

Importeure von Pflanzenschutzmitteln wie RealChemie müssen im Tagesgeschäft einiges aushalten. Denn sie stehen der Marktmacht der Chemiekonzerne im Wege und brechen durch Niedrigpreise in deren angestammte Reviere ein. Aber auch Händler von Pflanzenschutzmitteln und deren Mitarbeiter müssen sich von den Chemiekonzernen viel gefallen lassen, speziell, wenn sie von RealChemie parallel importierte Produkten verkaufen. Da stellt sich irgendwann die Frage, ob es wirklich richtig ist, die Marktmacht der Chemiekonzerne und deren Diktat von Preisen und Konditionen so widerspruchslos zu erdulden, wie dies bisher geschieht.

Die Vertriebswege der Pflanzenschutzmittel-Hersteller funktionieren seit Jahren nach diesem Muster: Der Pflanzenschutzmittel-Händler ist Distributionspartner der Pflanzenschutzmittel-Hersteller und kauft die Produkte der Chemiekonzerne auf der Basis der Verkaufspreislisten abzüglich einem Händlerrabatt. Die Verkaufspreislisten haben allgemein recht hohe Preise, wohingegen die Händlerrabatte recht mager ausfallen. Von der recht knappen Handelsspanne muss der PSM-Händler seine Kosten decken und die Vorgaben der PSM-Hersteller erfüllen. Letztere gibt es in zwei Versionen: die schriftlich fixierten Konditionen und die unausgesprochenen Leitlinien für Linientreue. Die bedingungslose Linientreue wird am Jahresende in einem sog. „Jahresendgespräch“ beurteilt und gemessen. Hat der PSM-Händler die Prüfung bestanden, dann bekommt er einen Bonus-Scheck, so in etwa 0,5 - 2% vom Jahresumsatz. Ein erklecklicher Betrag, woraus der PSM-Händler i.d.R. seine Vorausinvestitionen amortisieren und bei guter Führung einen kleinen Gewinn realisieren kann.

Seit RealChemie auf den Markt gekommen ist und als Discounter Pflanzenschutzmittel zu fairen Nettopreisen anbietet, werden diese Vertriebswege empfindlich gestört. RealChemie hat keine vieldeutigen Händler-Verträge, keine komplizierten Händler-Rabattsysteme, keine zwangsverordneten Konditionen, keine marktbehindernden Leitlinien, keine Jahresendgespräche, sondern bietet ganz einfach die überteuerten Original-Pflanzenschutzmittel zu Niedrigpreisen an. Also ein attraktives Angebot für Händler, ihre magere Handelsspannen etwas aufzubessern. Doch Vorsicht! Der unbedarfte Laie darf sich diese Situation so vorstellen, als würde ein mutiges Männlein in ein Haifischbecken springen und dabei jedem Killerhai gleich kräftig in den Schwanz beissen. Denn die Chemie-Multis reagieren auf Niedrigpreise genau wie die Haie: sie beißen um sich. Sinnbildlich.

So ergeht zum Beispiel an jeden PSM-Händler die Botschaft, dass der Verkauf von Produkten, die von RealChemie parallel importiert wurden, absolut unerwünscht sei. Das ist dann die Leitlinie. Bei Verstössen gegen diese „Linientreue“ wird dann schon einmal der Scheck am Jahresende gekürzt oder ganz gestrichen. Ebenso liefern die „Pflanzenschutzberater“ der PSM-Industrie beispielsweise, wie als Beispiel beigefügt, Berichte mit dem Hinweis „Strictly Confidential“ (englisch: Streng Vertraulich), worin das allmächtige Syngenta-Labor in England RealChemie-Produkte hinsichtlich Produktfälschung untersucht. Wichtig ist der Vermerk „Streng Vertraulich“, denn das hält davon ab, sich durch einen Blick auf die offizielle Zulassung des angeblich gefälschten Produktes davon zu überzeugen, dass dieses nicht gefälscht sein kann, denn sonst wäre es nicht zugelassen! Diese Prüfung aber findet nicht statt, weil genau dies das Ziel solcher Propaganda ist: den PSM-Händler erschrecken, ihm einen bösen Verdacht gegen den ungeliebten Konkurrenten in’s Hirn pflanzen und ganz generell Marktallmacht demonstrieren. Der PSM-Händler traut sich danach nicht mehr, nachzufragen, ob denn dies auch alles stimmt, akzeptiert stillschweigend diese Manipulation seiner Persönlichkeit und den ganzen Rattenschwanz hintendran. Wer es übrigens noch nicht weiß: RealChemie wurde noch nie wegen einer Produktfälschung verurteilt. Wir haben aber bisher alle die, die dies öffentlich behauptet haben, zur Rechenschaft gezogen und werden dies auch in Zukunft tun.

Damit aber noch nicht genug. Einkäufern großer PSM-Händler werden mittlerweile ganz offen Repressalien angedroht, wenn sie es wagen sollten, mit reimportierter Ware zu handeln. Die Krönung im Missbrauch von Marktmacht ist das erzwungene Einfügen von Klauseln im Arbeitsvertrag, dass von RealChemie angebotene Produkte nicht eingekauft werden dürfen. Die Missachtung wird mit fristloser Kündigung bedroht.

Haben Sie Ähnliches erlebt oder brauchen Sie Hilfe gegen solche Machenschaften? Sie können sich vertraulich an uns wenden oder ganz einfach Ihren Kommentar dazu abgeben.

Ihr RealChemie-Team

Heute schon geforscht?

Mittwoch, den 18. Juli 2007 von RealChemie

Immer, wenn Kritik an den hohen Preisen für Pflanzenschutzmittel laut wird, dann beten die Propagandisten der Chemiekonzerne ein Standardrepertoire an Gegenargumenten herunter, das zumeist von „Wir haben hohe Ausgaben für die Forschung und Entwicklung!“ angeführt wird.

Was aber wird denn da eigentlich genau geforscht und entwickelt? Sucht man einmal genauer nach den innovativen Meilensteinen der Chemie-Industrie, dann findet man zwar viele Forschungsergebnisse und Neuheiten im den Pharma-Geschäftsbereichen, aber im Pflanzenschutz? Da sieht es eher so aus, dass die Chemie-Konzerne seit Jahren akute Probleme wie Feuerbrand einfach vernachlässigen. Feuerbrand ist eine bakterielle Erkrankung, die in den letzten Jahren in der freien Natur, im Obst-, Zierpflanzenbau, Baumschulwesen und Forst große ökologische und ökonomische Schäden angerichtet hat. Der Erreger wurde bereits 1959 entdeckt und hat sich seither weltweit verbreitet. Jedes Jahr müssen immense Baumbestände abgeholzt und verbrannt werden, weil alle angebliche Forschung und Entwicklung bisher kein wirksames Pflanzenschutzmittel zustande gebracht hat.

Statt einem wirksamen Produkt reicht die gesamte teure Forschungs- und Entwicklungskapazität bisher nur für Empfehlungen der Pharmaspezialisten der Chemie-Konzerne, man möge doch ein Antibiotikum aus der Humanmedizin einsetzen! Das aber wird, wenn es denn überhaupt genehmigt wird, auf die Blüten der Bäume gespritzt, dort von den Bienen aufgenommen und verursacht so für den Menschen äußerst riskante Antibiotika-Rückstände im Honig. Ist das Innovation durch teure Forschung? Dr. Bernward Garthoff, BAYER-Vorstandsmitglied, hat dies seinerzeit in einem Interview in „Basics“ von McKinsey beantwortet und auf den Punkt gebracht:

„BASICS: Sie haben in Ihrer Zeit bei Bayer sowohl das Pharma- als auch das Pflanzenschutzgeschäft sehr genau kennen gelernt. Zwei Geschäfte also, in denen Innovation ein Kernprozess ist. Welche Unterschiede in Bezug auf Innovation bestehen zwischen den beiden Bereichen?
Dr. Garthoff: Vom Geschäftssystem her sind beide Bereiche sehr ähnlich. Die Märkte unterscheiden sich aber ganz erheblich. Und auch der Anstoß für Innovationen ist ein anderer. Im Pharmabereich ist das Universum der noch zu therapierenden Krankheiten zumindest theoretisch unbegrenzt. Beim Pflanzenschutz hingegen spielen ungelöste Probleme keine so große Rolle mehr. Viele Lösungen sind bereits entwickelt, oft sogar in Form von Generika.“
Aha, ungelöste Probleme spielen im Pflanzenschutz also keine so große Rolle! Was mögen wohl die Obstbauern von einer solchen Einstellung halten, die ihre Existenz durch Feuerbrand verloren haben?
Und wenn alle Pflanzenschutzlösungen bereits entwickelt sind, dann sollen die Anwender mit den überhöhten Preisen wohl die üppigen Einkommen der Vorstände finanzieren?

Dass die Forschung und Entwicklung im Pflanzenschutz nahezu nicht existiert, zeigt ein Blick in die Grosshandels-Preislisten der letzten zehn Jahre. Hier finden sich in einem Jahrzehnt kaum neue Produkte, jedoch wurden die alten Pflanzenschutzmittel jedes Jahr immer teurer. Auch der „Pack-Trick“ ist gut erkennbar: alte Produkte werden neu formuliert und als „Produkt-Pack“ neu vermarktet. Alter Wein in neuen Schläuchen, sozusagen. Gab es früher zum Beispiel zwei getrennte Herbizide zur Anwendung in Rüben, nämlich Goltix mit Wirkstoff Metamitron und Ethomat 500 mit Wirkstoff Ethofumesat, so wurden diese später zu einem „neuen“ Kombipräparat Goltix plus zusammengemischt.

Ein anderes Beispiel liefert der Herbizid-Wirkstoff Glyphosat, der anfangs als Produkt Roundup verkauft wurde. Als die Verkaufspreise von Roundup in den Keller fielen, kam die „Neuentwicklung“ Roundup Ultra auf den Markt und später folgten „Diversifikationen“ im Produkt Roundup Ultramax. Diese Produkte und eine weitere Orgie von über 30 Herbiziden haben allesamt den Wirkstoff Glyphosat, wurden aber zumeist mit großem Tam-Tam als Produktneuheiten und Ergebnisse intensiver Forschung und Entwicklung angekündigt. Vergleicht man allerdings die Produkte im Chemielabor oder in der Außenanwendung, dann findet man keine wesentlichen Unterschiede. Also wieder Fehlanzeige bei Forschung und Entwicklung neuer Pflanzenschutzmittel. Die angeblich so hohen Kosten dienen wohl eher der Finanzierung eines über die Jahre angeschwollenen Wasserkopfes, der eigentlich überflüssig ist.

Wir von RealChemie haben jedenfalls keine Forschung und keinen Wasserkopf, der viel kostet, aber wenig leistet. Deshalb müssen wir nicht lange drum herum argumentieren, sondern können Ihnen gleich die besten Niedrigpreise für Originalprodukte anbieten.

Ihr RealChemie-Team