Die Agro-Mafia und ihre spezielle Ethik

Am 17. Dezember 1988 berichten die Forscher Dr. Guido Ebner und Heinz Schürch in der Schweizer TV-Sendung „Supertreffer“ von einem wissenschaftlichen Meisterstück. Als ersten Forschern weltweit ist es ihnen gelungen, uralte pilzartige Organismen aus über 200 Millionen Jahren alten Salzkristallen zu isolieren. Dabei machten sie eine atemberaubende Entdeckung: in „normaler“ Nährstofflösung taten die Bakterien, was Bakterien immer tun, sie vermehrten sich. Wurde die Nährstofflösung während der Vermehrungsphase jedoch einem Elektrofeld ausgesetzt, so verfärbte sich die Flüssigkeit blutrot. Die Bakterien hatten ihr uraltes „Energiesystem“ eingeschaltet und produzierten das Pigment Rhodopsin, um für ihren Fotosynthese-Prozess Sonnenenergie zu tanken.

In weiteren Untersuchungen fanden die Forscher heraus, dass man mit Elektrofeldern offenbar uralte Gene „einschalten“ kann. Es gelang ihnen, ein Hirschzungenfarn zu züchten, wie es vor Jahrmillionen gewachsen ist. Mit ähnlichem Erfolg haben die Ciba-Wissenschaftler Experimente mit Weizen und Mais durchgeführt und eine Art Ur-Mais gezüchtet, wie er in der freien Wildnis in Europa längst ausgestorben ist. Ur-Weizen bildete nach dieser Behandlung neue Eiweiße aus, die man im ursprünglichen Weizen vergeblich suchte. Er produzierte weiterhin viel größere Wurzeln und wuchs so schnell, dass er in nur vier Wochen das Stadium erreichte, das „normaler“ Weizen erst nach sieben Wochen zeigte. Halm und Ähren waren zwar kleiner, dafür aber trug die Pflanze mehr Ähren. Der eigentliche Vorteil aber war, dass man den „Turbo-Weizen“ in Gegenden mit kurzem Frühjahr und Sommer anbauen konnte, wo herkömmlicher Weizen gar nicht wachsen kann. Auch bei Fischen funktionierte der „Ciba-Effekt“ ebenfalls: Forellen entwickelten sich zu einer Urform zurück, die bereits vor über 150 Jahren ausgestorben war. Die behandelten Fische waren gut ein Drittel größer, viel kräftiger und farbiger als ihre unbehandelten Artgenossen.

Die Wissenschaftler begannen 1992 mit einer Filmdokumentation ihrer Entdeckungen. Sie wollten zeigen, wie man ihre Forschungsergebnisse zum Nutzen der Menschheit einsetzen kann. Nach nur einem Drehtag aber kam völlig überraschend das Aus: der Ciba-Konzern entzog ihnen die Dreherlaubnis! Zusätzlich wurden alle vielversprechenden Versuchsreihen für Außenstehende völlig unverständlich ohne jede Vorankündigung eingestellt. In einer offiziellen Erklärung hieß es, die Forschungen der beiden Wissenschaftler ließen sich nicht mehr einem der Schwerpunktforschungsgebiete des Ciba-Konzerns zuordnen.

Was war hier geschehen? Viele Experten hatten sich schon früh gewundert, dass die beiden Wissenschaftler ihre revolutionären Forschungsergebnisse nicht in der üblichen wissenschaftlichen Form publizierten. Offenbar lagen die Gründe in der Anstellung der beiden im Ciba-Konzern, dessen Interessen offenbar mit den wissenschaftlichen Interessen kollidierten. Denn die von Wissenschaftlern gezüchteten Ur-Pflanzen waren weitaus resistenter gegen Krankheiten und Schädlinge und benötigten fast überhaupt keine Pflanzenschutzmittel. Damit hätte sich die Pflanzenschutzsparte dann wohl in’s eigene Fleisch geschnitten!

Sicher ist, dass die Versuche manchen Managern nicht in ihre Pläne passten und irgendwie nicht geheuer waren. Spekulationen deuten auch auf eine entsprechende Einflussnahme durch den Sandoz-Konzern hin, der später nach langen und geheimen Vorverhandlungen für die Fachwelt völlig überraschend mit Ciba fusionierte.

Eine Lösung des globalen Ernährungsproblems durch „Ur-Getreide“? Höhere Mais- und Weizenerträge und größere Forellen ganz ohne Gentechnik und fast ohne Pflanzenschutzmittel? Für westliche Chemieriesen, die sich immer stärkere Monopolstellungen im Saatgutmarkt verschaffen, eine Horrorvision. Denn deren Ziel ist nun einmal die Abhängigkeit der Landwirtschaft von den eigenen Produkten. Gentechnisch manipuliertes Saatgut, das nur mit den eigenen Pflanzenschutz- und Düngemitteln gedeiht, das alleine bringt der Agro-Mafia die Profite. Während die Patentschriften und Veröffentlichungen von Guido Ebner und Heinz Schürch im Europäischen Patentamt und den heutigen Syngenta-Archiven (Ciba und Sandoz wurden später zur Syngenta AG fusioniert) verstauben, werden die Patente für genmanipuliertes Saatgut möglichst weltweit angemeldet und mit Brachialgewalt durchgesetzt. „Erfolgsmeldungen“ liest man heute nicht von „Ur-Weizen“, sondern von „Terminator-Saatgut“, einem modernen Wahnsinn aus dem Gentechniklabor, der Saatgut, natürlich weltweit patentiert, durch ein eingeschleustes „Killer-Gen“ solange gezielt unfruchtbar macht, bis das „Killer-Gen“ durch eine Chemikalie, natürlich auch weltweit patentiert, gezielt ausgeschaltet wird.

Und wenn jetzt wieder ein Winkeladvokat der Agro-Mafia überlegt, wie man uns wieder einmal verklagen könnte: Die ganze Story mit noch weitaus übleren Details zur speziellen Ethik der Agro-Multis können Sie nachlesen im Buch von Luc Bürgin „Der Urzeit-Code“, das gerade im Herbig Verlag erschienen ist oder auf den Internetseiten www.urzeit-code.com.

Ihr RealChemie-Team

17 Reaktionen zu “Die Agro-Mafia und ihre spezielle Ethik”

  1. Roswitha Gärtner

    Starkes Stück ! Gegenoffensive starten ! Zeitungen verständigen, speziell die SZ, die in ihrem neuerdings in München gegründetem “wissenschaftscafe” auch Professoren der Agroökonmie öffentlich diskutieren läßt ! ist greenpeace verständigt ?
    Schicken Sie mir den Artikel zu meiner E-mail-Adresse, bitte !
    Danke
    mit freundlichem Gruß
    Roswitha Gärtner

  2. Peter Schmidt

    Das ist ja wohl eine Riesensauerei! Kann man die Bosse, die dafür verantwortlich sind, nicht irgendwie vor Gericht stellen?

    Vielleicht muss man die Verantwortlichen auch einmal einer Elektrofeldbehandlung unterziehen in der Hoffnung, dass deren völlig degenerierte Gene dadurch abgeschaltet werden.

  3. Reinhard Hannig

    Wenn es um das ” Liebe Geld ” geht ist den Deutschen Konzernen und Ihren Helfern jedes Mittel Recht, jemanden zu vernichten, und zu defamieren, genau so in der Auto _Industrie.Jeder Fortschritt wird
    vernichtet.

  4. pp

    agro-mafia. es geht um einsatz hochentwickelter pestizide, die zulassungsbedingungen unterliegen, die unglaubliche entwicklungskosten erfordern. wenn dann generika hersteller in den markt wollen um kohle abzusahnen ist das ok? bio-landbau: 30 applikatonen schwefel+kupfer, die boeden sind schwermetall versaeucht. auch schoen, aber das kratzt kein schwein.
    ich waere in der tat dafuer, dass syngenta, bayer und basf stop sagen, bald kaemen die laender angewinselt nach guten pestizid loesungen. es gibt kein patentschutz, und bei den entwicklungskosten muss man sich fragen, warum noch innovative pestizide entwickelt werden.
    dream on.

  5. online magazine

    Was sind die neuesten erkenntnisse in diesem fall? Gibt es fotos von diesen ‘gezüchteten’ pflanzen und tieren?

  6. Peter Scheuer

    Es zeigt doch nur wieder, das die global players und auch die regierungen nur der provit interesiert. An den ursprüngen der natur ist kein geld zu verdienen! natürliche Produkzion ist unrentabel für die Mafia! wo käme man hin wenn man die natur machen ließe? Mensch und natur sind uninteresannt. deswegen sind wir in unserer bisherigen Kultur dem untergang geweiht.

  7. Wolfgang V.

    Aber Freunde, wo denkt Ihr hin : Die o.g. Konzerne haben doch X-tausende Beschäftigte, wenn die alle arbeitslos würden, was dann? die
    hungernden Völker würden ohne äussere Hilfe auf einmal satt werden, dann gäb’s ja keinen Grund mehr Kriege zu führen: das wären ja ganz neue Moden. Habt Ihr soweit gedacht.

  8. Helm Ut.

    Chemierießen hin oder her!
    Das die “Umweltaspekte” sei es bei Chemiekonzernen oder auch unsere Ölmultis oder der Automobilindustrie nicht immer um Umweltschutz geht wissen wir ja nun schon. Dies wird uns immer wieder deutlich wenn wir den neuen Superflitzer mit 500Ps und 22l Superplus auf 100km vorgesetzt bekommen. Aber solange die Bevölkerung das noch mit sich machen lässt, so lange wird auch die sogenannte Revolution aus den 88ern unter Verschluss gehalten und erst wenn die Umwelt und die Bevölkerung darauf reagieren und unsere Regierung solche Machenschaften nicht mehr toleriert, die Gesetze für Gentechnik und deren Bestimmungen weltweit gelten, noch mehr Toleranzen gegenüber Herbiziden und Fungiziden sich entwickelt haben und die Entwicklungskosten ins unermessliche steigen erst dann kann vielleicht mit einem Umdenken angefangen werden. Aber solange dem braven Bürger eine Sicherheit suggeriert wird alles im Griff zu haben und dieser das auch noch glaubt wird sich auf lange sicht nichts ändern. Die Bioproduktion hat dafür noch zu wenig Bedeutung und der Begriff BIO ist so verwässert wie die Bestimmungen dafür. Differenzierung von EU-Bio und Verbands-Bio. Heißt zwar alles Bio aber von den Bestimmungen zum Anbau mit allen Faktoren steht noch ein himmelweiter Unterschied. Aber es ist Bio, de Verbraucher glaubt es. Wenn aber jetzt mit dieser Bestrahlungsmethode der Einsatz von Chemie reduziert werden kann dann steht diesem aber wieder ein Minderertrag laut Text oben gegenüber. Wenn man diesem Minderertrag jetzt die Kosten für Pflanzenschutz gegenrechnen würde gings vielleicht auf Null raus. Aber fehlen dann jetzt nicht ein paar Millionen Tonnen Getreide auf dem Weltmarkt? Und würden weltweit tausende von Menschen im Gegenzug ihren Job verlieren… Ich habe jetzt sehr viele Themengebiete angeschnitten und es würde nun den Rahmen sprengen diese bis ins letzte Detail ausdiskutieren zu wollen… aber lasst mal eure Gedanken fließen und denkt mal über mein geschriebenes nach… es geht nicht immer um Recht und Unrecht.

    P.S Ich bin keinem Konzern zugehörig falls man das denken könnte. Ich betrachte die Diskussion nur etwas objektiver wie manch anderer!

    Also Gegenstimmen bitte! oder auch Zustimmung =)

    Mfg Helm

  9. hans ziegler

    so lange die Menschen für Nahrungsmittel nur ein sehr geringer Teil seines Geldes aufbringen wollen und das Auto das wichtigste für die Meisten ist können die Konzerne machen was sie wollen. ist nicht für Jeden das Geld die Hauptsache?
    Es steht jedem frei, Bio-Ware zu kaufen. Holt man das Brötchen nicht mit dem Auto, so kann man mit dem gesparten Sprit ein Biobrötchen kaufen. man müßte kein Gift auf die Pflanzen ausbringen und später selbst essen.
    es liegt an jedem Einzelnen etwas zu ändern. Auch große Sachen muß der Einzelne in Angriff nehmen. wer denn sonst. nur du selbst kannst etwas ändern. Nicht die anderen, dann macht es niemand.

  10. Erich Bieramperl

    Das Patentwesen ist in fast allen Branchen pervertiert und völlig desolat. Es ist absolut unreformierbar. Die Auswirkung auf die gesamte Weltwirtschaft ist schlimmer als Ölknappheit, Klima-GAU und rezente Finanz- & Börsenkrise zusammen genommen. Inkompetente Leute verdienen mit Kauf und Verwertung von Patenten Milliarden, während geniale Einzel-Erfinder jahrzehntelang bestohlen, betrogen und enteignet wurden. Nachdem der HiTech-Sektor solange mit x-fach-Patentierungen zugepflastert worden war, bis das Patentwesen von den Billiglohnländern nicht mehr ernst genommen wurde, verlegte man sich auf die Patentierung von Software, Geschäftsmethoden, Gentechnik, Molekularbiologie, medizinische Therapien, und schließlich auf Tiere und Pflanzen. Heute sind mehr als 60% aller Neuanmeldungen nicht-technischer Natur. Wenn morgen ein Großkonzern ein Patent auf ein Verfahren erhielte, mit dem die Lebenszeit auf 500 Jahre verlängert und alle Krankheiten geheilt werden können, hat die gesamte Menschheit für die Anwendung zu zahlen. Wer nicht zahlen kann: Pech gehabt. Das Geld, das der Konzern für den Verzicht auf das Patent verlangen würde, könnte kein Staat auf der Welt aufbringen. Auch alle Staaten der Welt zusammen könnten es nicht. In Wahrheit sind alle Staaten dieser Welt nämlich derart pleite, dass sie nicht einmal die Banken refinanzieren könnten, wenn diese durch irgend ein Ereignis kollabieren würden.
    Siehe auch: “Finanzhaie zerfressen das Patentrecht”
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,532915,00.html
    (bitte auch die dazu gehörige Diskussion lesen).

  11. Michael

    Regt Euch ab. Ciab haette damit sicher gerne Geld verdient. Aber Zitat:
    “Viele Experten hatten sich schon früh gewundert, dass die beiden Wissenschaftler ihre revolutionären Forschungsergebnisse nicht in der üblichen wissenschaftlichen Form publizierten.”

    Sprich, CIBA ging da wohl selbst von dubioser, ggf. gefaelschter Forschung aus. Der Wissenschaftler Ebner hat wenig spaeter eine eigene Firma gegruendet. Diese Firma ging nach ein paar Jahren Pleite.

    Also: Alles nicht ganz so, wie es hier dagestellt wird.

  12. Jan Grabowski

    ich bin einfach “fertig”.
    Rein zufällig habe ich diesen Beitrag gefunden, und kann ich mich immer noch nicht beruhigen.
    Ich schreibe an einem Garten oder Gärtner-Blog und habe den Beitrag teilweise “publiziert”. Hoffentlich wird das von vielen Menschen, Kleingärtner gelesen!
    Wenn man überlegt, wie viele “Euros” in fast allen Kleingärten verpulvert werden, tut es Leid.
    Naturgarten, Biogarten etc. ist ein bekannter Begriff, aber für viele immer noch nicht machbar.
    Nur die Leute der “knappen Kasse” machen das.
    Vielleicht, wenn das bekannt wird, wird das auch verstanden…
    Publizieren, publizieren pausenlos……..

  13. Franz Oeynhausen

    Na klasse. Da gibt es Elektrofelder an jeder Ecke dieser Welt und nur in einem hochgeheimen Labor von Ciba lassen sich damit alle landwirtschaftlichen Probleme allein lösen. Wer auch nur bis 5 zählen kann wird schnell merken, daß auf seinem Rücken ein Riiiiiesenbär sitzt. Der wird uns nämlich mit dieser “unglaublichen” Geschichte aufgebunden.

  14. Dietrich Bock

    Herrliche Stories!
    So schürt man Emotionen bei Halbwissenden. Am Besten haben mir der europäische Ur-Mais und die Forellen gefallen.
    Wenn Fachleute etwas über Turbo-Fische erfahren wollen, sollten sie sich an die Uni Göttingen wenden.

  15. Herman Gonzelsen

    Eigentlich unvorstellbar, aber das ist der große Nachteil an der “sozialen” Marktwirtschaft

  16. D.Meinen

    Man Fragt sich warum sich deratige Superarten nie durchgesetzt haben in der Evolution war Darwin doch nur ein Idot? Lach die Moderne Hexenjagd geht nie zu ende. Wenn es das Gäbe hätten sich die Firmen die im Besitz dieser Pflanzen oder Techniken sind,diese Patentieren lassen und wären Gott ;-)))))))))))))

  17. A. Vogler

    Leider ist der artikel mit allerlei Halbwissen gespickt. “Killergene” usw. sind wohl eher Ausdrücke, die von Gentechnikgegenern verbreitet werden. Es handelt sich dabei um Gene, die nach einem Anbau das erzeugte Saatgut “sterilisieren”. Der Anbau ist derzeit mit einem weltweiten Moratorium belegt und kein GM-Saatgut enthält im Moment diese Gene.

    …und dubiose Verschwörungstheorien hat es schon immer gegeben.

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