Von Dreschen und Flegeln

„Dreschen“ steht umgangssprachlich für „D’raufhauen“. Als „Flegel“ bezeichnet man umgangssprachlich ungehobelte, respektlose (meist männliche) Menschen mit schlechten Manieren und grobem Benehmen. Lesen Sie hier, was das mit Syngenta und deren Mitarbeitern in der Schweiz zu tun hat.

Das Ganze begann mit dieser Information: Ein Team von Studentinnen und Studenten der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft möchte Wissenswertes rund um den Getreideanbau in der Schweiz vermitteln. Hitziges Getreidedreschen, amüsante Quizfragen, packende Herausforderungen. In einer unterhaltsamen Show präsentieren sich unsere Politiker/innen einmal auf eine andere Art. Kommen sie am Freitag 27. Juli 07 zwischen 14.00 und 15.30 Uhr auf den oberen Waisenhausplatz in Bern und entscheiden sie mit, wer als Sieger aus diesem spannenden Wettkampf hervorgeht!

Das Parteiendreschen hat unserem Schweizer RealChemie-Team gut gefallen und wir haben uns gleich für diese Veranstaltung angemeldet. Die Details für unseren Informationsstand waren schnell geklärt. Wir freuten uns vor dem Hintergrund der andauernden Diskussionen von Parallelimporten schon auf Gespräche mit den als Kandidaten angemeldeten Politikern. Und wir wollten allen einmal mehr zeigen, dass wir parallel oder reimportierte Originalprodukte exakt nach den Buchstaben des Gesetzes verkaufen. Nur viel preiswerter, als die Chemie-Konzerne mit ihren üppigen Margen.
Doch dann kam alles anders. Nach anfänglich sehr freundlichem Umgangston zeigte unser Ansprechpartner aber bald schon immer mehr Zurückhaltung: Syngenta , einer der Hauptsponsoren, gefalle die Anwesenheit von RealChemie überhaupt nicht und der zuständige Mitarbeiter drohe mit dem Rückzug der Sponsorengelder. Unsere Gegenargumentation reichte zunächst, um solche feigen und hinterhältigen Machenschaften abzuwehren. Aber dann wurden die Organisatoren zu einer Blitzentscheidung gezwungen: Entweder man sage die Teilnahme von RealChemie ab und Syngenta übernehme den Sponsoringanteil von RealChemie oder Syngenta ziehe sich und alle Sponsoringgelder zurück.

Das hat uns einerseits überrascht, denn wer hätte gedacht, dass sich der Riesenkonzern Syngenta vor dem (noch) kleinen Wettbewerber RealChemie so sehr fürchtet! Klar, wir haben durch unsere Niedrigpreise Syngenta zu schmerzhaften Preisnachlässen gezwungen und bereits viele Kunden abgenommen. Aber dazu ist Wettbewerb doch da! Wir haben ebenso auch schon viel Geld ausgeben müssen, um die Meute von Syngenta-Rechtsanwälten und deren Flut von einstweiligen Anordnungen, Klagen und sonstigen rechtlichen Winkelzügen abzuwehren. Aber dazu sind Rechsstaaten schließlich da!

Was uns aber verärgert hat, ist diese hinterhältige Form von unlauterem Wettbewerb. Warum will Syngenta durch Erpressung den freien Handel unterdrücken? Oder um Schweizer Recht zu zitieren: Unlauter und widerrechtlich ist gemäss dem Grundsatz in Artikel 2 UWG, “jedes täuschende oder in anderer Weise gegen den Grundsatz von Treu und Glauben verstoßende Verhalten oder Geschäftsgebaren, welches das Verhältnis zwischen Mitbewerbern oder zwischen Anbietern und Abnehmern beeinflusst.“ Aber was nutzt es, nationale Gesetze zu zitieren, wenn der Chemie- und Pharmamulti ohnehin weltweite Regelverstöße ohne Skrupel als Geschäftspolitik praktiziert?

Beispiel Paraquat: Dieses von Syngenta produzierte Pestizid (Markenname: Gramoxone) ist in vielen Europäischen Ländern verboten, stark in der Anwendung eingeschränkt oder es gibt es spezielle Vorschriften zur Verwendung dieses Produktes. Trotz dieser Bedenken hat Syngenta Paraquat, das jährlich zu tausenden von Vergiftungsfällen führte in asiatischen Ländern mit aggressiven Werbekampagnen vermarktet und nach Meinung von Experten den FAO-Verhaltenskodex gleich mehrfach verletzt (FAO = Food and Agriculture Organization der UNO). So wurden die Käufer von Gramoxone in Costa Rica mit einem Wettbewerb angelockt, bei welchem man rund 1´000 US$ an „Inputs“ gewinnen konnte. Solche Kampagnen gehörten bei Syngenta zum Standard. In Deutschland wurden Traktoren für 100´000 Euro verlost, in Thailand Geländewagen und Motorräder. Syngenta hat damit gegen Artikel 11.2.18 des FAO-Kodex verstoßen, der vorschreibt, dass die Pestizid-Werbung keine unangebrachten Anreize oder Geschenke beinhalten soll, die zum Kauf von Pestiziden ermuntern.

Beispiel Giftmüll: Greenpeace-Aktivisten haben Anfang 2005 bei der Elsässer Chemiemülldeponie Le Letten offen herumliegenden Giftmüll sichergestellt. Skandalös war dabei: Die Chemiekonzerne Novartis und Ciba, die später zur Syngenta fusionierten, und Syngenta sowie die französische Behörde DRIRE wussten seit Jahren von diesem unter freiem Himmel liegenden Giftmüll, stritten aber jegliche Verantwortung ab.
Matthias Wüthrich, Chemie-Experte von Greenpeace, meinte dazu: „Novartis & Co haben innert wenigen Monaten für eine Serie von Skandalen gesorgt. Nach dem untauglichen Sanierungsprojekt für Bonfol, dem Neuwiller-Räumungsbefehl für Roemisloch und der Trinkwassergefährdung in Muttenz ist es jetzt der vierte Vorfall. Die vier Skandale zeigen: Novartis & Co. arbeiten schlampig und verharmlosen die Gefahren.“ Weitere Beispiele für skrupellose Geschäftspolitik gibt es noch viele, aber das würden den Rahmen dieses Beitrags sprengen.

Also, liebe Schweizer Politiker, Händler und Anwender von Pflanzenschutzmitteln, wir freuen uns darauf, diese „Flegel“ zukünftig im offenen Kampf der Marktwirtschaft zu „dreschen“, wo immer sich uns eine Gelegenheit dazu bietet. Wenn Sie uns dabei helfen wollen, freuen wir uns auf Ihre Kommentare!

Ihr RealChemie-Team

31 Reaktionen zu “Von Dreschen und Flegeln”

  1. Anonymous

    einfach nur weiter so, weil die Welt das braucht !!!

  2. Daniela Schürch

    Sehr geehrtes RealChemie-Team
    ich verstehe Ihre Enttäuschung darüber, dass wir bei unserem Anlass “Parteiendreschen” den Vortritt für das Hauptsponsoring der Syngenta gelassen haben.
    Es ist mir jedoch wichtig, an dieser Stelle festzuhalten, dass wir keineswegs von Syngenta gezwungen wurden - und dies geht aus dem obigen Artikel hervor - ihren Sponsoringbeitrag anzunehmen und denjenigen der RealChemie abzulehnen. Es lag in unserem freien Ermessen, wem wir zu- bzw. absagen würden. Wir haben Syngenta die Zusage gegeben, weil wir schon seit längerem mit dieser Unternehmung bezüglich unseres Sponsorings in Kontakt standen und von Seiten von Syngenta grosszügiges Entgegenkommen signalisiert wurde.
    Die Syngenta unterstützt uns nun mit einem grossen Beitrag und darf deshalb unserer Meinung nach auch die “Branchenexklusivität” an unserem Anlass für sich beanspruchen.

    Im Weiteren distanzieren wir uns hiermit von jeglichen Chemiebranchen-internen Diskussionen und Streitpunkten. Das „Parteiendreschen“ ist eine Veranstaltung, welche die Bevölkerung auf die Bedeutung des Getreidebaus in der Schweiz aufmerksam machen soll. Dass in diesem Zusammenhang auch der Pflanzenschutz und somit Unternehmungen wie die RealChemie und die Syngenta eine Rolle spielen, ist uns klar. Dies hat aber vor allem für die Landwirte und die Getreideproduzenten eine Bedeutung.
    Da sich unsere Veranstaltung jedoch an die breite Bevölkerung richtet, halten wir es nicht für angebracht, im Zusammenhang mit dem Parteiendreschen die aktuelle Situation des Pflanzenschutzmarktes zu thematisieren oder dazu Stellung zu nehmen.

    Wir lehnen es daher ab, dass unser Projekt „Parteiendreschen“ als Plattform für irgendwelche „Flegeleien“;-) bezüglich des Pflanzenschutzmarktes missbraucht wird. Wir bitten Sie, in Zukunft Mitteilungen an die Öffentlichkeit, welche unsere Veranstaltung miteinbeziehen, zu unterlassen oder uns wenigstens vor der Veröffentlichung von Artikeln wie dem obigen zu informieren.

    Freundliche Grüsse
    Daniela Schürch
    Marketingverantwortliche Parteiendreschen

  3. Ein Schweizer Agrarhändler

    Ich kann nur bestätigen, dass die Konzerne gehörigen Druck ausüben und verstehe überhaupt nicht die Enttäuschung darüber, dass diese anrüchige Angelegenheit publik gemacht wurde.

    Meines Erachtens ist es wichtig zu dokumentieren, dass bereits Studenten ihre ethisch-moralischen Werte aufgeben, wenn Konzerne mit dem schnöden Mammon locken. Daran ändert auch der Glaube wenig, dass man dazu nicht gezwungen wurde. Auch eine freie Entscheidung, den freien Markt wegen Mammon zu blockieren, ist in meinen Augen eine schlechte Entscheidung.

    Frau Schürcher bestätigt den Kern der Vorwürfe in vollem Umfang, wenn Sie ausführt: “Die Syngenta unterstützt uns nun mit einem grossen Beitrag….”! De facto hat sich die Syngenta ja dann wohl doch die “Branchenexklusivität” zu Lasten des freien Wettbewerbs erkauft?

  4. Daniela Schürch

    @ ein Schweizer Agrarhändler:
    “Freier Wettbewerb” heisst meiner Meinung nach auch, dass sich Studenten entscheiden dürfen, von wem ihre Projekte unterstützt werden sollen, ohne sich nachher rechtfertigen zu müssen für eben diese Entscheidung und ohne dass ihnen vorgeworfen wird, sie gäben ihre ethisch-moralischen Werte auf.

  5. RealChemie-Team

    Verehrte Frau Schürch,

    im Absageschreiben Ihres Projektteams heisst es u.a. als Begründung für Ihre Absage unserer Teilnahme: “Die Syngenta hat sich nicht bereiterklärt mit der Realchemie zusammen am Anlass aufzutreten und hat sich bereiterklärt den Sponsoringanteil der Realchemie zu übernehmen.”

    Wir wollen Ihnen im Übrigen gar nicht Ihre Entscheidungsfreiheit absprechen. Aber Sie müssen schon damit leben, dass Ihre Entscheidung für den dickeren Batzen Geld und gegen freien Wettbewerb Kritik und Zweifel an der Neutralität und Integrität Ihrer Veranstaltung auslöst. Denn den teilnehmenden Politikern, Bauern und Bürgern werden so alle Informationen vorenthalten, dass es zu den teuren Syngenta-Produkten bei RealChemie weitaus preiswertere Angebote gibt.

  6. Daniela Schürch

    Sehr geehrtes RealChemie-Team
    ich muss Ihnen in dem Punkt widersprechen, dass an unserem Anlass den Politikern, Bauern und Bürgern vorenthalten wird, dass es neben den teureren Syngentaprodukten auch preiswertere Angebote der RealChemie gibt.
    Denn am Parteiendreschen wird für keinerlei Produkte der Agrochemiekonzerne Werbung gemacht. Kein einziges Pflanzenschutzmittel wird von der Syngenta beworben werden. Am 27. Juli wird auf dem Waisenhausplatz in Bern nur ein Transparent mit dem Schriftzug “Syngenta” zu sehen sein.
    Wie bereits früher mehrmals erwähnt, soll mit unserem Anlass die breite Bevölkerung und nicht das Fachpublikum angesprochen werden. Deshalb hätten wir auch von RealChemie keine Stellungsnahmen zu aktuellen politischen Fragen oder Produktewerbung akzeptiert.
    Dann möchte ich bei dieser Gelegenheit klarstellen, dass wir der RealChemie nicht eine grundsätzliche Absage zur Unterstützung unseres Anlasses erteilt haben. Die RealChemie hat aber unser Angebot, als Sponsor auf der Startseite unserer Website (www.parteiendreschen.ch) zu erscheinen, erst kürzlich abgelehnt.

  7. Buchsi

    Meines Wissens macht die Real Chemie nichts anderes als in ganz Europa Spritzmittel zu kaufen wo sie am billigsten sind. Spritzmittel welche von den oben beschuldigten grossen Chemiekonzerne hergestellt werden. Das Ihr es nun nötig habt über eure “Geschäftspartner” herzuziehen verstehe ich nicht ganz!?

    Das ihr über die grossen Margen herzieht welche die Grosskonzerne hier in der Schweiz beanspruchen, gefällt mir hingegen. Mal davon abgesehen das diese Grosskonzerne auch Leute in der Schweiz, zu einem Schweizer Lohn, beschäftigen und hier auch eine Infrastruktur aufrecht erhalten. Und nicht zuletzt auch noch ihre Steuern hier in der Schweiz der bezahlen.

    In dem Sinn, einen schönen Gruss nach Holland.

  8. Kiener Nellen Margret

    @ daniela schürch : ich bin als angemeldete nationalrätin der sozialdemokratischen partei der schweiz (sps) betroffen von dieser unschönen ausbremsung einer kleineren konkurrentin durch syngenta. meine frage an sie: wenn sie der realchemie nicht eine grundsätzliche absage erteilt haben, worin genau bestand dann ihre zusage?
    für die sp schweiz sind parallelimporte gerade auch in der landwirtschaft sehr wichtig, um tiefere produktionskosten zu erreichen. Das monopolhafte Verhalten von Syngenta in dieser an sich “kleinen” Sponsoring-Frage zeigt, wie ein Agro-Multi knallhart gegen eine kleine konkurrentin vorgeht.
    ich fordere die syngenta hiermit auf, sich zu ihrem vorgehen zu äussern.

  9. Urs

    Der gesamte Blogg bringt mich etwas zum smilen. glauben sie die UBS hätte auf der Alinghi noch einen banner der urner Kantonalbank geduldet?

  10. RealChemie-Team

    Liebe Frau Buchsi oder Herr Buchsi,

    natürlich wissen wir nicht, wie Sie einen “Geschäftspartner” definieren würden. Das, was im aktuellen Fall die Syngenta mit uns als unerwünschtem Konkurrenten macht, ist für uns jedenfalls alles andere als “Geschäftspartnerschaft”.

    Sie können ja mal im Tages-Anzeiger unter “Umstrittenes Politsponsoring” nachlesen, was Schweizer Politiker dazu sagen:
    http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/wirtschaft/772889.html

    Wir glauben nicht, dass wir über jemanden “herziehen”, wenn wir solche Machenschaften öffentlich kritisieren. Das, was Sie bisher lesen konnten, ist die sprichwörtliche Spitze eines gewaltigen Eisberges, den wir nun Schritt für Schritt für die Öffentlichkeit sichtbar machen werden. Durch diese und andere in unseren Blog-Beiträgen beschriebene miese Tricks unserer Wettbewerber haben unsere echten Schweizer Geschäftspartner, also Schweizer Agrarhändler und Schweizer Landwirte, unmittelbare Nachteile. Seien Sie sicher, wir werden darüber berichten!

    Und nicht zuletzt: auch RealChemie beschäftigt im St. Galler Büro Mitarbeiter, baut dort eine Infrastruktur auf und zahlt Steuern in der Schweiz.

  11. Martin

    Stellungnahme zum Tages-Anzeiger Artikel vom 18. Juli
    „Syngentas umstrittenes Politsponsoring“

    Gleich zu Beginn will ich im Namen des ganzen Organisationsteams des Parteiendreschens festhalten, dass wir uns auf brancheninterne Streitereien zwischen den Chemiekonzernen Syngenta und Realchemie nicht einlassen wollen.
    Wir haben verschiedene Firmen für das Hauptsponsoring des Anlasses angefragt und dabei hat Syngenta als erste zugesagt und Branchenexklusivität gefordert. Unseres Erachtens ist diese Forderung absolut legitim und bei jedem Event anzutreffen. (Das oben erwähnte Alinghi-Beispiel ist sehr treffend)
    Realchemie hatte von uns das Angebot auf unserer Website zu werben, welches sie vor zwei Wochen noch angenommen hatten. Realchemie zog gestern Dienstag selber ihr Sponsoringangebot wieder zurück und distanzierte sich vom Parteiendreschen.
    Die Realchemie sprach von “Manipulation” und “Unlauterem Wettbewerb”. Wir verurteilen diese Anschuldigungen auf schärfste. Wir haben das beste Angebot für das Hauptsponsoring angenommen und als Co-Sponsor niemanden ausgeschlossen, das ist freier Wettbewerb. Wir müssen uns nicht rechtfertigen für unseren Entscheid, doch ist es uns wichtig klarzustellen, dass weder Syngenta, noch die Realchemie, noch sonst eine Firma unsere Veranstaltung inhaltlich beeinträchtigen wird.
    Wir wollen zur politischen Diskussion zu allen mit der Landwirtschaft und dem Getreidebau verbundenen Themen anregen und respektieren dabei ohne zu werten die Meinungen unserer Kandidaten von links bis rechts. Wir hoffen sehr, dass auch Grüne und SP am Parteiendreschen ihre Meinung vertreten werden und einsehen, dass es sich keineswegs um Privilegien und Ausschlüsse handelt.
    Wir sind überzeugt, dass sich die Wellen wieder glätten werden und wir ein friedliches und interessantes Parteiendreschen durchführen können.

    Projektleiter Martin Bertschi

  12. RealChemie-Team

    Sehr geehrter Herr Bertschi,

    unabhängig davon, dass Ihre Kritik am Artikel des Tages-Anzeigers besser auf deren Internetseiten und in deren Redaktion platziert wäre, haben Sie offensichtlich unvollständige Informationen über den Ablauf. Richtig ist:

    1. der Schweizerische Getreideproduzentenverband (SGVP) ist an uns herangetreten und hat uns über das Konzept, die Teilnehmer, das Programm und die Sponsoringangebote zu einem Zeitpunkt informiert, als noch keine Entscheidung für Syngenta oder einen anderen Sponsor gefallen war.

    2. in keiner Unterlage, die wir vom SGVP erhalten haben, wird irgendeine Exklusivität beim Sponsoring als Geschäftsbedingung formuliert. Insofern “hinkt” der Bezug zur Alinghi gleich in mehrfacher Hinsicht. Wenn Sie sich ein solch herausragendes Team zum Maßstab machen wollen, dann müssen Sie aber noch ein wenig an der Professionalität Ihrer Mannschaft arbeiten. Vielleicht sollten Sie sich auch etwas intensiver mit den Lehren, Spielregeln und Geschäftsbedingungen im professionellen Sponsoring vertraut machen, bevor Sie nach “Lämmerschwanzmethode” die Konditionen Ihrer Veranstaltung heute so und morgen wieder anders definieren?

    3. wir haben dem SGVP unmittelbar nach Erhalt der Unterlagen unsere Teilnahme zugesagt. Neben dem Angebot einer Bühnenpräsentation unseres Logos und der Internetaufschaltung unseres Logos hatten wir einen noch weitaus höheren Sponsoringbeitrag dafür angeboten, einen Informationsstand aufstellen zu können. Zu diesem Zeitpunkt lag nach Auskunft des Ansprechpartners des SGVP noch keine Zusage der Syngenta vor.

    4. wir wurden vom SGVP nach unserer Zusage darüber informiert, dass die Syngenta ebenfalls Interesse an einem Sponsoring bekundet habe. Man fragte uns ausdrücklich, ob wir dagegen Einwände hätten. Wir haben dies verneint, denn wir haben überhaupt keine Probleme, uns mit der Syngenta im direkten Wettbewerb zu messen.

    5. wir wurden nach diesem Gespräch darüber informiert, dass dem verantwortlichen Syngenta-Mitarbeiter die Anwesenheit von RealChemie sehr missfalle und Syngenta es ablehne, gleichzeitig mit RealChemie aufzutreten.

    6. auf unsere Nachfrage wurde uns mitgeteilt, dass Syngenta den Veranstalter vor die Alternative gestellt habe, entweder RealChemie abzusagen und Syngenta ein Exklusivsponsoring einzuräumen, oder auf Syngenta als Hauptsponsor zu verzichten. Da der verantwortliche Syngenta-Mitarbeiter angeblich am nächsten Tag seinen Urlaub antrete, müsse man noch heute eine “Blitzentscheidung” fällen.

    7. uns wurde vom SGVP unmittelbar nach diesem Gespräch und ohne uns eine Chance für irgendeine Intervention zu geben zunächst telefonisch und später per eMail die Entscheidung der Absage mitgeteilt. Darin heisst es u.a. “Die Syngenta hat ihr Angebot erhöht auf 2500.-, worauf wir die Zusage für die Zusammenarbeit am Anlass gegeben haben. Die Syngenta hat sich nicht bereiterklärt mit der Realchemie zusammen am Anlass aufzutreten und hat sich bereiterklärt den Sponsoringanteil der Realchemie zu übernehmen. Es war keine einfache Entscheidung, da wir aber als Studenten für diesen Anlass auf Sponsoren angewiesen sind, mussten wir uns absichern.”

    8. das in der Absage gemachte Angebot “Wir könne ihnen anbieten als Partner auf unserer Internetstartseite aufzutreten.” haben wir aus verschiedenen Gründen nicht wahrgenommen. Wir glauben einerseits, dass die Platzierung von Logos auf Internetseiten eine Vergeudung von Werbebudget darstellt und bevorzugen stattdessen immer den direkten Dialog. Und wir mögen weder mit einem “Trostpreis” abgespeist werden, noch werden wir jemals eine derartige “Lämmerschwanzpolitik” unterstützen.

    …und darauf, wie sich die Schweizer Presse und die Schweizer Politiker in dieser Angelegenheit verhalten werden, haben wir nun wirklich und nach unserer Meinung “Gott sei Dank!” keinen Einfluss! Wir hoffen allerdings, dass Recht immer Recht bleiben wird.

  13. Daniela Schürch

    Liebes RealChemie-Team:
    auf den obigen Beitrag bezogen möchte ich Sie noch darauf aufmerksam machen, dass Sie nie mit dem SGPV Kontakt hatten bezüglich des Sponsorings des Parteiendreschens.
    Das Parteiendreschen wird von Studentinnen und Studente der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft SHL in Zollikofen organisiert. Alle Personen, mit denen Sie in Bezug auf dieses Sponsoring Kontakt hatten, sind von der SHL und nicht vom SGPV.

  14. Martin

    Wertes Realchemie-Team
    Tut mir leid ihnen mitteilen zu müssen, dass sie sich bei dieser Angelegenheit ins lächerliche reiten!! Auf Ausdrücke wie “Lämmerschwanzmethodeâ€? oder “Lämmerschwanzpolitikâ€? werde ich mich dabei nicht herablassen.
    Die Ansicht, dass Onlinelogos verschwendetes Werbegeld sei haben Sie offensichtlich erst in den letzten Tagen erlangt, sonst hätten sie wohl kaum zuerst zugesagt. Von unserer Seite hat sich zwischen Ihrer Zusage mit dem Werbelogo und derer Absage nichts geändet. Auch nicht in Bezug auf die Syngenta.
    Und dann muss ich Ihnen sagen das Sie sich vergebens bemüht haben irgendweche Argumente zu erfinden und aufzuliesten, denn dieser Anlass wird nicht vom SGPV, sondern von einem Studententeam der SHL organisiert, sie haben alse kaum mit dem SGPV über das Parteiendreschen und alles was damit zu tun hat verhandeln können! Einfach nur lächerlich!!!! Und Sie wollen uns unprofessionalität vorwerfen!!!!

  15. Martin

    Wertes Realchemie-Team
    Tut mir leid ihnen mitteilen zu müssen, dass sie sich bei dieser Angelegenheit ins lächerliche reiten!! Auf Ausdrücke wie “Lämmerschwanzmethodeâ€? oder “Lämmerschwanzpolitikâ€? werde ich mich dabei nicht herablassen.
    Die Ansicht, dass Onlinelogos verschwendetes Werbegeld sei haben Sie offensichtlich erst in den letzten Tagen erlangt, sonst hätten sie wohl kaum zuerst zugesagt. Von unserer Seite hat sich zwischen Ihrer Zusage mit dem Werbelogo und derer Absage nichts geändet. Auch nicht in Bezug auf die Syngenta.
    Und dann muss ich Ihnen sagen das Sie sich vergebens bemüht haben irgendweche Argumente zu erfinden und aufzuliesten, denn dieser Anlass wird nicht vom SGPV, sondern von einem Studententeam der SHL organisiert, sie haben alse kaum mit dem SGPV über das Parteiendreschen und alles was damit zu tun hat verhandeln können! Einfach nur lächerlich!!!! Und Sie wollen uns unprofessionalität vorwerfen!!!!

  16. Bertschi

    Wertes Realchemie-Team
    Tut mir leid ihnen mitteilen zu müssen, dass sie sich bei dieser Angelegenheit ins lächerliche reiten!! Auf Ausdrücke wie “Lämmerschwanzmethodeâ€? oder “Lämmerschwanzpolitikâ€? werde ich mich dabei nicht herablassen.
    Die Ansicht, dass Onlinelogos verschwendetes Werbegeld sei haben Sie offensichtlich erst in den letzten Tagen erlangt, sonst hätten sie wohl kaum zuerst zugesagt. Von unserer Seite hat sich zwischen Ihrer Zusage mit dem Werbelogo und derer Absage nichts geändet. Auch nicht in Bezug auf die Syngenta.
    Und dann muss ich Ihnen sagen das Sie sich vergebens bemüht haben irgendweche Argumente zu erfinden und aufzuliesten, denn dieser Anlass wird nicht vom SGPV, sondern von einem Studententeam der SHL organisiert, sie haben alse kaum mit dem SGPV über das Parteiendreschen und alles was damit zu tun hat verhandeln können! Einfach nur lächerlich!!!! Und Sie wollen uns unprofessionalität vorwerfen!!!!

  17. RealChemie-Team

    Liebe Frau Schürch,

    Stimmt! Da haben wir etwas verwechselt. Aber selbst wenn wir im Text jeweils SGVP durch SHL ersetzen, was ändert das dann an den Tatsachen, der Chronologie und den Sachverhalten?

  18. RealChemie-Team

    Werter Herr Martin, Martin und Bertschi,

    es ist uns ja menschlich verständlich, dass Sie sich erregen. So ging es uns auch, als wir von der Entscheidung der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft SHL in Zollikofen erfuhren. Aber deshalb gleich die Tastatur so sehr malträtieren, dass Ihre wütende Entgegnung insgesamt dreimal gepostet wird?

    Ein wenig mehr Contenance wäre angebracht, alleine um die Augen der Leser und unseren Speicherplatz zu schonen.

    PS: Wir verstehen Ihre persönliche Emotionalität nicht so recht, da wir doch immer mit einem ganz anderen Ansprechpartner verhandelt haben (???)

  19. Rene Schönbächler

    Wertes Real Chemie Team

    Fals es Ihnen in dieser ganzen Schlammschlacht wirklich ums Sponsoring des Parteiendreschens gegangen wäre hätten Sie sich villeicht über diesen Anlass informiert.

    Wir, 8 Studenten der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft SHL, organisieren diesen Anlass autonom vom SGPV. Wir erhalten weder finanzielle noch geistige Unterstützung von der SHL sondern haben lediglich eine Kontaktperson welcher wir Anfangs August einen Schlussbericht zustellen werden.

    Martin Bertschi leitet dieses Projekt, Daniela Schürch das Sponsoring, diverse andere haben verschiedene Aufgaben.

    Ihr Blogg zeigt mir nun sehr deutlich, dass es Ihnen einzig und alleine darum geht, auf unserem Rücken Brancheninterne Hackerein auszutragen und so zu zweifelhafter Medienpräsenz zu gelangen. Ich hoffe nun, dass dieser Schuss nach hinten losgeht..

    Mit freundlichem Gruss

    Rene Schönbächler, Programmchef Parteiendreschen.

  20. RealChemie-Team

    Sehr geehrter Herr Schönbächler,

    wenn Sie in Ihrem Projektteam ständig neue “Soldaten” an diese Blog-Front schicken, dann werden Sie hierdurch nur den Eindruck verstärken, dass Sie sich zu “Söldnern” der Syngenta degradieren.

    Es ist Ihnen freigestellt, das, was wir unlautere Methoden nennen, als “brancheninterne Hackereien” zu bezeichnen. Ein Landwirt, dem ganz gezielt verschwiegen wird, dass er seine Betriebskosten bei Pflanzenschutzmitteln um über 50% senken könnte, wenn er nicht beim Marktführer Syngenta einkauft, wird dies sicherlich anders beurteilen.

    Sie können ebenso die Streitgespräche, die übrigens von einer Ihrer führenden Zeitungen und von Teilen Ihrer Kandidaten angefacht wurde, als “Schlammschlacht” bezeichnen. Die Mitglieder Ihres Nationalrats, die sich dazu verärgert geäussert haben, würden das wohl eher bei Demokratie einordnen.

    Das ändert aber insgesamt nichts daran, dass Sie bzw. Ihr Projektteam mit akademischer Unprofessionalität auf die uns hinreichend bekannten Machenschaften der Syngenta hereingefallen sind.

    Wenn Sie Ihr universitäres Umfeld verlassen und einfach einmal draußen im Land vor Ort bei Agrarhändlern, Lohnunternehmern oder Landwirten dieses Thema ansprechen würden, dann würden Sie die Situation im Markt und das Konkurrenzverhalten besser beurteilen können. Das reale Leben besteht nun ‘mal nicht nur aus einem lustigen landwirtschaftlichen Plauerdreschen.

    Warum setzen Sie sich und Ihr Projektteam nicht dafür ein, dass Ihr bevorzugter Sponsor Syngenta sich zu den Vorwürfen äußert, wie schon von Frau Kiener Nellen gefordert?

  21. Kiener Nellen Margret

    @ projektteam parteidreschen :

    warum kontaktiert mich niemand von Syngenta? wer ist Ansprechperson bei Syngenta ?
    Ich fordere nach wie vor, dass Syngenta zu ihrem Verhalten in dieser Angelegenheit Stellung bezieht.

  22. Hans Rudolf Helbling

    Als Nichtbetroffener staune ich, wieviele Leute sich in diesem Blog als PR-SchreiberInnen der Syngenta hergeben. Die Sache ist doch für jeden einigermassen klar denkenden Menschen vollkommen klar: Ein Mächtiger schert sich keinen Deut um Ethik und fährt mit der Dampfwalze vor und walzt den Kleineren flach. Hier könnte mich höchstens noch interessieren, mit welchen Rechtfertigungen die Syngenta ihr rücksichtsloses Verhalten erklärt.
    Falls sie sich dazu herablässt.

  23. Anonymous

    Schade, denn diese Aktion schadet der Schweizer Landwirtschaft.
    Es verbreitet mit einer solch breiten Medienpräsenz nur unglaubwürdigkeit der Schweizer Bauern!
    Das Verhalten des Projektteames ist für mich unverstäntlich!

    Nun eben, auch solchen Leuten wachsen die Bäume nicht in den Himmel!

    Wenn ich den Wettbewerb richtig verstanden habe, geht es darum am meisten POSITIVES Echo in den Medien auszulösen - und nicht möglichst viel “Unruhe zu stiften”

    Ich hoffe nur für die anderen Teams, dass die Verteilung der Preise im September, mit rechten Dingen zu und her geht und das “richtige” Team gewinnt!

    Ich wünsche schon jetzt allen Teams viel Glück!

  24. Ein Trainsoldat

    Vorab dies: Auch in einem Blog darf man doch eigentlich erwarten, dass die Schreiber auf Rechtschreibung achten. Dies hat letztlich doch auch mit “Professionalität” zu tun, oder? ;-)

    Ich kann verstehen, dass sich die RealChemie gerne an diesem “kleinen” Anlass beteiligen würde, der schon im Vorfeld ein Medienecho auslöst. So ist auch der Ärger über die Ausladung am Anlass selber verständlich.

    Nun hat die RealChemie ja offensichtlich aber auch ihre Zusage für die Werbung auf der Homepage zurückgezogen. Dies bedeutet, dass sie gar nicht mehr am Anlass vertreten sein wird.
    Schade, sie verbaut sich damit vermutlich auch ein Mitwirken an einem weiteren ähnlichen Anlass desselben Veranstalters. Und sind nicht gerade die Studenten der SHL ein wichtiges “Pflaster” für die Bekanntmachung von Konkurrenzprodukten zur Syngenta?

    Ganz nebenbei verspielt die RealChemie mit einer Schlammschlacht im Vorfeld einige Sympathie. So ist es doch einigermassen unschön einen simplen Konkurrenzstreit auf dem Buckel von motivierten Studenten auszutragen, die mit einer guten Idee etwas Leben ins Politgeschehen der Schweiz bringen!

  25. Realchemie-Team

    Sehr geehrter Trainsoldat,

    es war und ist nicht unsere Absicht, einen Streit auf dem Rücken von Studenten auszutragen. Wir waren eigentlich davon ausgegangen, dass Studenten einer Landwirtschaftlichen Hochschule sich primär an den Interessen der Landwirtschaft orientieren. Dass sich die SHL mit ihrem Projektteam zur Interessenvertretung der Syngenta machen und in deren Machenschaften zur Konkurrenzunterdrückung verstricken ließ, hat uns sehr überrascht.

    Wir sind der Meinung, dass gerade Studenten wissen sollten oder in diesem Falle lernen müssen, dass man eine freie Marktwirtschaft nicht durch Unterdrückung von Wettbewerb schaffen oder erhalten kann. Das ist weder im Interesse der Verbraucher, die u.a. als Folge hoher Produktionskosten in der Landwirtschaft hohe Preise für Nahrungsmittel zahlen müssen, noch im Interesse der Landwirte, die u.a. als Folge der Hochpreispolitik der Syngenta hohe Preise für Pflanzenschutzmittel zahlen müssen, noch im Interesse einer freien Marktwirtschaft.

  26. Andreas Keiser

    Andreas Keiser, Dozent für Ackerbau und Pflanzenzüchtung an der SHL:

    Ich bin eben aus dem Ausland zurückgekehrt und nehme verwundert die gehässige Diskussion in diesem Blogg zur Kenntnis. Als Betreuer der Studierenden möchte ich nochmals festhalten, worum es in diese Projekt im Rahmen des 20jährigen Jubiläums des SGPV eigentlich geht:
    Mit ihrem Projekt “Parteiendreschen” möchten die Studierende in erster Linie der Bevölkerung aufzuzeigen, welch grosse Bedeutung der Getreidebau in der Schweiz für eine nachhaltige Versorgung mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln hat. Dabei ist das Wort nachhaltig umfassend gemeint und beinhaltet ökologische, ökonomische und soziale Kriterien. Die Bevölkerung soll dazu ermuntert werden durch den Kauf von möglichst regionalen und saisonalen Produkten den Ackerbau in der Schweiz zu erhalten. Damit können alle einen Beitrag zur Verminderung des Klimawandels und zur Erhaltung unserer vielseitigen Kulturlandschaft leisten. Ich verstehe deshalb, wenn die Studierenden eine gewisse Angst davor haben, dass das Thema der Parallelimporte an der Veranstaltung zu viel Platz einnimmt (Zitat RealChemie: „Wir freuten uns vor dem Hintergrund der andauernden Diskussionen von Parallelimporten schon auf Gespräche mit den als Kandidaten angemeldeten Politikern. Und wir wollten allen einmal mehr zeigen, dass wir parallel oder reimportierte Originalprodukte exakt nach den Buchstaben des Gesetzes verkaufen. Nur viel preiswerter, als die Chemie-Konzerne mit ihren üppigen Margen.“. Es ist unbestritten, dass die Produktionskosten im schweizerischen Ackerbau gesenkt werden müssen. Es ist deshalb zu begrüssen, wenn die Preise für Pflanzenschutzmittel und andere Hilfsstoffe sich rasch dem EU-Niveau annähern, da sich ja auch die Produzentenpreise für Ackerkulturen rasch den EU-Preisen nähern. Soviel zum Thema Pflanzenschutzmittelkosten. Das Thema des „Parteiendreschen“ ist jedoch viel umfassender (siehe oben) und darf nicht auf die Diskussion um die Preise für Pflanzenschutzmittel reduziert werden. Ich möchte die Mitarbeiter der RealChemie deshalb offiziell zu einer Veranstaltung an die SHL einladen, an der wir die Problematik der Pflanzenschutzmittelpreise mit den Studierenden eingehend diskutieren können. Die SHL hat im Übrigen zu diesem Thema im Auftrag des BLW eine viel beachtete Studie verfasst.
    Zum Vorwurf der „akademischen Unprofessionalität“ noch Folgendes: Die Studierenden haben vor dem Studium eine Landwirtschaftliche Lehre abgeschlossen oder haben mindestens 1 Jahr auf einem Betrieb gearbeitet und alle haben eine enge Beziehung zur Landwirtschaft. Wenn nun die Real Chemie den Studierenden „akademische Unprofessionalität“ vorwirft und ihnen empfiehlt, einmal das universitäre Umfeld zu verlassen und sich draussen im Land umzusehen, dann ist dies unangebracht. Ich empfinde dies als sehr arrogantes Verhalten gegenüber jungen, engagierten Menschen in der Ausbildung. Dass den Studierenden da und dort die Erfahrung von langjährigen Berufsleuten noch abgeht, darf man ihnen nicht zum Vorwurf machen. Mit grosser Motivation und in vielen Arbeitsstunden haben die Studierenden (des 2. Semesters) der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft ein gutes Projekt erarbeitet, zusätzlich zum Unterricht und der Prüfungsvorbereitung. Mit ihrem grossen Einsatz für dieses Projekt haben sie es verdient, dass man ihnen eine Chance gibt. In diesem Sinn hoffe ich, dass alle Kandidatinen und Kandidaten wie geplant an der Veranstaltung teilnehmen.

  27. Realchemie-Team

    Sehr geehrter Herr Keiser,

    für Ihre Einladung zu einer Diskussion der Problematik der Pflanzenschutzmittelpreise bedanken wir uns recht herzlich und nehmen diese gerne an.

    Wir haben sehr wohl verstanden, worum es Ihnen und Ihrem Projektteam ursprünglich ging. In einigen Punkten aber müssen wir Ihnen und Ihrem Projektteam widersprechen:

    Sie sagen richtigerweise, dass man mangelnde Erfahrung Studenten nicht vorwerfen soll. Wenn sich Ihre Studenten jedoch mit den “exklusiven” Sponsoringkonditionen und den seltsamen Praktiken des Parteiendreschens auf der Ebene eines Alinghi-Teams einreihen, dann müssen sich Ihre Studenten unsere Einschätzung “akademischer Unptrofessionalität” gefallen lassen. Bei der Alinghi ist die Exklusivität des Hauptsponsors, wie bei professionellem Sponsoring üblich, in einem Broschüren- und Vertragswerk dokumentiert und wird, weil von vornherein klar und deutlich formuliert, widerspruchslos mit mehreren Millionen Schweizer Franken honoriert. In Ihren Unterlagen gibt es hingegen keinen einzigen Hinweis auf Haupt- oder Co-Sponsoring und scjhon gar keine Kopnditionen für irgendwelche Exklusivitäten. Und um bei diesem Beispiel zu bleiben: Was glauben Sie, würde geschehen, wenn das Alinghi-Management der UBS nach Vertragsschluß sagen würde: “Ihr seid raus, weil uns die Citybank mehr geboten hat?”

    Wir haben nichts gegen Branchenexklusivität, wenn diese als solche von vornherein geregelt ist. Wir wehren uns aber dagegen, dass im Nachhinein auf Wunsch der Syngenta mit Vereinbarungen gemauschelt wird und Sachverhalte passend verdreht werden.

    Wir möchten Sie dringend bitten, die Stellungnahme von Herrn Bertschi auf Ihrer Internetseite dem realen Sachverhalt anzupassen. Hier ist unsere Gegendarstellung: Herr Bertschi behauptet, die Syngenta habe als erste zugesagt und Branchenexklusivität gefordert. Dies ist falsch!

    Richtig ist: Ihr Teammitglied Peter Lenggenhager hat von uns bereits am 27.06.07 unsere Zusage unserer Beteiligung als Hauptsponsor erhalten. Zu diesem Zeitpunkt lag keine Zusage der Syngenta vor. Wenn zu diesem Zeitpunkt bereits eine Zusage der Syngenta mit der Forderung von Branchenexklusivität vorgelegen hätte, warum formuliert Herr Lenggenhager dann “Es freut uns sehr, dass sie in betracht ziehen uns finanziell zu unterstützen.”? Hätte er uns dann nicht gleich absagen müssen?

    Richtig ist weiterhin: Herr Lenggenhager hat uns mehrere Tage nach unserer Zusage gefragt, ob wir Einwände gegen eine Beteiligung der Syngenta hätten, was wir verneint haben. Warum hätte Herr Lenggenhager dies abklären sollen, wenn die Syngenta doch längst Branchenexklusivität erhalten hatte?

    Richtig ist ebenfalls: Als uns Herr Lenggenhager am 03.07.07 die Problematik schilderte, Syngenta habe das Projektteam vor die Alternative gestellt, entweder RealChemie abzusagen und Syngenta ein Exklusivsponsoring einzuräumen, oder auf Syngenta als Hauptsponsor zu verzichten, hatten wir sogar noch die interne Abklärung einer Erhöhung unseres Sponsoringbetrages angeboten. Hierzu ist es leider nicht mehr gekommen, da wir noch am gleichen Tag nur einige Stunden später Ihre “Absage” erhielten. Wenn die Syngenta zu diesem Zeitpunkt bereits zugesagt hätte, warum sagte uns Herr Lenggenhager dann erst am 03.07.07 ab?

    Wir würden uns freuen, unsere Gegendarstellung kurzfristig auf Ihrer Internetseite unterhalb Ihrer Stellungnahme wieder zu finden.

    Die theoretischen Ziele und Absichten Ihres Projektteams sind somit aus unserer Sicht eine Sache, die praktische Umsetzung eine andere. In jedem Falle aber sollten alle Beteiligten trotz aller gegenteiliger Standpunkte bei der Wahrheit bleiben! Auch wir haben eigentlich Wichtigeres zu tun, als ständig neue Kommentare und Gegendarstellungen zu schreiben. Wir wollen einzig den Schweizer Landwirten die Chance geben, Pflanzenschutzmittel preiswerter einzukaufen und Betriebskosten zu senken.

  28. Andreas Keiser

    Sehr geehrtes Realchemie-Team

    es liegt mir ebenfalls nicht viel daran die Diskussion in diesem Blogg unnötig zu verlängern und würde es vorziehen die Angelegenheit zu einem anderen Zeitpunkt in einem persönlichen Gespräch mit Vertreteren der Realchemie und den Studierenden zu klären, da hier einige widersprüchliche Aussagen im Raum stehen. Ich möchte noch präzisieren, dass es sich nicht um “mein” Projektteam handelt. Die zwei Teams mit Studierenden der SHL, die am Wettbewerb des SGPV teilnehmen, sind selbständig organisiert und arbeiten eigenständig. Das heisst, dass die SHL in keiner Weise einen Einfluss auf die Auswahl der Sponsoren ausgeübt hat oder das Sponsoring reglementiert hat. Im Rückblick wäre dies vielleicht auch zum Schutz der Studierenden von Vorteil gewesen.
    Ich hoffe, dass wir nun diesen Sponsoring-Streit bis nach dem “Parteiendreschen” ruhen lassen können, damit sich die Studierenden auf ihr eigentlichens Ziel konzentrieren können, welches auch im Interesse der Realchemie ist: Die Werbung für den Ackerbau in der Schweiz. Denn ohne Ackerbau braucht es weder eine Realchemie noch irgenwelche andere Pflanzenschutzmittel-Verkäufer in der Schweiz.

    Mit freundlichen Grüssen

    Andreas Keiser

  29. Realchemie-Team

    Sehr geehrter Herr Keiser,

    was halten Sie davon, wenn Sie zur geplanten Veranstaltung in der SHL gleich auch die Verantwortlichen der Syngenta zusammen mit den Nationalrätinnen und den Pressevertretern einladen würden, die das Marktverhalten der Syngenta öffentlich kritisiert haben?

    Wir würden uns sehr freuen, hierzu in Kürze eine “offizielle” Einladung zu erhalten und hätten nichts dagegen, wenn aus Ihrer Einladung die Namen des oder der Syngenta-Verantwortlichen hervorgingen.

    Eines aber möchten wir der guten Ordnung halber wiederholen. Bitte korrigieren Sie die von uns bemängelten Passagen in der Stellungnahme Ihres Projektleiters Martin Bertschi auf der Internetseite der Veranstaltung oder veranlassen Sie die Veröffentlichung unserer Gegendarstellung unterhalb des Textes der Stellungnahme.

    Nicht zuletzt: wir haben den Eindruck gewonnen, dass hier die Unerfahrenheit hoch- oder fast schon übermotivierter Studenten dazu missbraucht wurde, „Söldner“ als „Kanonenfutter“ an der „Front“ zu „verheizen“, während die eigentlichen Verantwortlichen im Management der Syngenta noch nicht einmal bereit sind, zu den Vorwürfen von Mitgliedern des Schweizer Nationalrats Stellung zu nehmen.

    Und noch eins: hätte es diese auch für uns äußerst unangenehmen Begleiterscheinungen nicht gegeben, dann könnten Sie doch eigentlich recht stolz auf “Ihr” Projektteam sein.

  30. Nationalrat Walter Müller

    Sehr geehrte Herren

    Ganz einfach. Anstatt über den schlechten Stil zu jammern – packen Sie die Chance und machen eine eigene Veranstaltung. Sie sollte einfach besser und witziger sein. Damit können Sie ihre Kompetenz am besten unter Beweis stellen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg

    Freundliche Grüsse
    Walter Müller
    Nationalrat

  31. RealChemie-Team

    Sehr geehrter Herr Müller,

    herzlichen Dank für Ihren Vorschlag. Eine eigene Veranstaltung haben wir schon, sogar eine ganze Veranstaltungsserie, die wir “Agro-Events” nennen. Hierbei steht allerdings nicht so sehr die Unterhaltung im Vordergrund, sondern mehr die fachliche Information der Besucher. Aber auch unser Rahmenprogramm kann sich sehen lassen, denn alleine beim letzten Agro-Event in Niederdorf/ Basel-Land hatten wir mehrere hundert begeisterte Besucher:

    http://www.realchemie.ch/de/news/pressemitteilungen/3.-agro-event-praesentiert-neue-loesungen-fuer-den-pflanzenbau.html

    Schade finden wir nur, dass Sie unsere Kritik an den Syngenta-Machenschaften auf “jammern” reduzieren und deren zweifelhafte Methoden auf “schlechten Stil”.

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